Anarkai EP

Erschienen: 03/2017 / Label: HighPass Berlin / Mix/Master: Janco@Highpass / Produziert: Highnicken

Anarkai - EP

Janco ist zurück und schon wieder auf Konfrontationskurs. Grund sind Größenwahn, Illusionen, oberflächlicher Imagerap, Labelabzocke. Janco zielt direkt auf den Rap-Olymp und schießt den einen oder anderen Ikarus vom Himmel. "Dunning-Kruger Effekt, denn wenn du denkst "perfekt", sag ich: uh, das muss weg."- eine durchgehend unterhaltsame und facettenreiche Abrechnung mit dem Status Quo. Auch bei ANARKAI setzt Janco auf klare Ansagen, beeindruckende Technik und seine langjähriges Produzententeam Highnicken für satte aber abwechslungsreiche Beats.

Janco rückt auf ANARKAI verzerrte Wahrnehmung von selbsternannten Rap-Göttern und ihren Fans wieder grade und setzt nüchtern ein bissiges Statement: "Ich hab keine Ahnung, wieso sie so sind. Wieso sie nie so sind, wie sie so in ihren Videos singen." Die EP kritisiert suggerierte Lebensstile und Selbstdarstellung und lässt buchstäblich einen Scherbenhaufen zurück. Janco findet lieber seinen eigenen Weg und schreibt über Konsum, Realitätsflucht und Betäubung und schafft es trotz harter Themen, immer wieder ein ironisches Wortspiel oder eine Doppeldeutigkeit zu platzieren. Sich zu ernst zu nehmen, liegt ihm nicht, das überlässt er lieber den anderen Platzhirschen der Szene.

Die Perspektiven zu wechseln und dabei spannende Geschichten zu erzählen, liegt ihm schon mehr. Während IKARUS, EY und DOLCE & GABBANA sich mit äußeren Umständen und vermeintlich glatten schimmernden Oberflächlichkeiten widmen, geht der Blick bei STIGMA und HIGH nach innen. Janco erzählt von Konsummustern, fremden und eigenen und lässt dabei einige Glashäuser zersplittern. Der authentische rote Faden zieht sich wie bei LILYHAMMER auch durch ANARKAI und es schwingt, passend zur Jahreszeit, ein Hauch revolutionärer Frühling mit.

Janco – High (Produziert von Highnicken)

Janco – Ikarus (Produziert von Highnicken)

Janco – Ey (Produziert von Highnicken)

Über die Songs

Ikarus (3:04)

Zurück aus Lilyhammer. Kurz durchgeatmet und schon wieder 180er Puls. Die Finger zucken, Janco schnappt sich die Zwille und feuert. Wen er trifft? Jeder, der sich getroffen fühlt. Janco zielt direkt auf den Rap-Olymp und schießt den einen oder anderen Ikarus vom Himmel. "Dunning-Kruger Effekt, denn wenn du denkst "perfekt", sag ich: uh, das muss weg."- eine durchgehend unterhaltsame und facettenreiche Abrechnung mit dem Status Quo.

Stigma (2:53)

Nach 0,8 Promille auf der LILYHAMMER legt Janco mit Stigma jetzt nach. "Sie saufen halt gern, solange noch jemand besoffener ist, doch kehren dir nüchtern den Rücken, zeigen mit Blicken, was für ein Opfer du bist." Es ist die nüchterne Feststellung, die Ehrlichkeit, die einem bei Stigma immer wieder einen Stich versetzt. Eine schonungslose Beobachtung über Konsum, Verhalten, Promille und persönliche Dynamiken.

Dolce&Gabbana (2:03)

Entertainment ab Sekunde 1. Janco zielt auf "Heidi Klum"-Rapper, für die die Farbe ihrer Schuhe und Preis des Shirts scheinbar eine größere Rolle spielen, als gute Mucke zu machen. Immer mit Augenzwinkern und wohldosierten Wortspielhighlights. Der hochgepitchte Refrain sorgt für ein Grinsen und setzt sich hartnäckig im Gehörgang fest. Und bleibt da. Versprochen.

Ey (2:52)

"Ich weiß ja nicht mal, wer du bist und was du tust- und da will ich auch nicht ändern dran." - Janco's Absage an Typen, die ihn dauernd umarmen, sofort Bruder nennen und ihm irgendwelche Deals verschaffen wollen. "Leute, die keine Karriere haben, wollen meine Karriere planen, doch ich seh mich eher in mehreren Jahren beim Kaufen von ner Carrerabahn.", Janco bleibt gewohnt authentisch und präsentiert seine Anti-Haltung mit einem klaren "Nein, danke", wenn wieder mal ein paar dauerkoksende A&Rs mit ihren tollen Marketingideen ankommen.

High (2:21)

Ein Beat, weich wie Zuckerwatte. Von der ersten Zeile an versinkt man im imaginären Wattemeer, während im Kopf angenehmer Nebel herrscht und Janco erzählt, wie er Plumberjays baut, Wörter sehen kann und sich ins Nirvana raucht. Langsames Kopfnicken und Ohrwurmgarantierefrain machen den hypnotischen Track zum Beruhigungshymne im Alltagsstress. Wer dabei keine Tüte rauchen will, hat kein Herz oder Lunge.